Sonntag, 6. Februar 2011

Liebe Freunde,

Daniel und Anita nehmen Euch auf den Gepäckträgern ihrer Fahrräder mit - über 2000 Kilometer den Mississippi entlang gen New Orleans. Weiß-getünchte Baumwollfelder, legendäre Blues-Klubs und mondäne Südstaatenvillen werden an Euch vorbeiziehen. Dazu spielt Cri (www.myspace.com/critunes) aus Berlin Blues auf seiner Akustikgitarre. Als zusätzlichen Ohrenschmaus wird der junge Potsdamer Literat Ferenc Liebig Kurzgeschichten lesen, zu denen ihn der Blog der Radler inspiriert hat.

Wann? 11. März um 20Uhr 
Wo? In der Kellerbar ZENTRUM danziger50 (Danziger Str. 50, 10435 Belrin, Prenzlauer Berg)

Das Veranstaltungszentrum nimmt 3 Euro Eintritt pro Person. Lasst euch davon nicht abhalten, es lohnt sich :-)

http://www.danziger50.de/index.php?view=details&id=449%3Adown-by-the-mississippi&option=com_eventlist&Itemid=6


Freitag, 19. November 2010

Exploring the USA

Das ist keine Fotomontage!
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Mexico Beach II

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Aufgewacht am Mexico Beach

Das gleichmäßige Plättschern der Meeresbrandung hat uns gestern Nacht in den Schlaf gewogen und heute morgen konnte ich am Strand entlang joggen, das Wasser hat schon geglitzert. Daniel hat in der Zeit den Balkon mit dem bombastischen Blick auf den Golf von Mexiko genossen. Mexiko Beach liegt übrigens in Nordflorida. Bis Samstag wollen wir die Ostküste erreichen, um einen alten Freund von mir und meiner Familie zu besuchen.
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Schnappi!

Montag, 15. November 2010

Sumpftour



Nicht zu verwechseln mit Sufftour! Auf diesem Boot sollte man nicht saufen, denn ins Wasser fallen wäre nicht so günstig...(siehe Kuscheltier im Hintergrund des Fotos!)

Unser Ami-Schlitten



...für 11 Tage. Bisher sind wir in Louisiana herumgefahren, doch morgen geht's nach Osten. In Alabama soll es schöne Strände geben. Louisiana und der Nachbarstate Mississippi sind Sumpfland.
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Samstag, 13. November 2010

Ein kleines Denkmal

Das ist das letzte Foto, das ich von Firebird geschossen habe. Mein Fahrrad habe ich innerhalb von 48 Stunden für die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises verkauft! Das ging so schnell, dass ich ueberlegte, ob ich es zu leichtfertig weggegeben habe. Auf der Radreise habe ich es oft verflucht, weil es viel schwerfälliger ist verglichen mit Daniels Rad und den Rädern von anderen Radreisenden, denen wir begegnet sind. Trotzdem hat mich mein Firebird einmal quer durch die USA und unzählige Male durch Berlin gebracht. Deswegen hoffe ich, dass sich der neue Besitzer liebevoll um den Firebird kümmert. Ich bin da guter Dinge, weil er bereits selbst durch Europa getourt ist und das Rad für einen Freund gekauft hat, der mal mitfahren möchte.
Take care, sweet firebird!

Enjoying the Big Easy!

2252. Meine neue Lieblingszahl. 2252 Radkilometer liegen hinter uns. Ich kann es selbst noch nicht glauben, selbst eine Woche nach unserer Ankunft nicht. Auf dem Tacho stand 1403, als wir vor einer Woche unser Hostel erreichten. 1400 Meilen also, wir sind da großzügig und vergessen die 3 Meilen.
New Orleans sind wir ganz entspannt angegangen. Zum einen haben wir viel Zeit bis zum Rückflug übrig (Wir sind zu schnell geradelt:-)) und zum anderen passt Stress nicht in eine Stadt, deren Spitzname "The Big Easy" ist.
Der Grouve des Jazz bestimmt den Rhythmus der Stadt. Tag und Nacht spielen Bands und einzelne Musiker Jazz in allen Facetten auf Bürgersteigen, in Restaurants und Bars. Dazu erhält man an jeder Ecke  Daiquiris, Bier und der Cocktail mit dem leicht sarkastischen Namen "Hurrican".

Montag, 1. November 2010

See you later, alligator!

Der Campingplatz-Aufseher, ein Waldschrat, versicherte uns, es gäbe außer seinen Miezekatzen keine Tiere in der Nähe. Als wir unser Zelt gerade aufgebaut hatten, kamen Leute im Pick-up vorbei zum Begrüßen. Sie sagten uns, in dem Tümpel hinter unserem Zelt leben 4m lange Krokodile! Da es in der Nacht kalt werden sollte, würden diese unter Wasser bleiben und uns nicht belästigen. Na, dann, ist es ja kein Problem!
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Dienstag, 26. Oktober 2010

Juchusiana!

Der letzte Bundesstaat auf unserer Radreise empfängt uns mit einem großen Schild - und heftigen Gegenwind! Trotzdem schaffen wir es, die ersten 1000 Meilen zu vollenden. Juchuh! P.S.: 500 Meilen liegen noch vor uns.
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Our little Barn

Daniel wartet das Gewitter ab, das in den nächsten Minuten über uns hereinbrechen wird. Was jetzt noch hell und nett aussieht, wird bald gruselig. Etwa 7 Stunden dauerte es, bis die Unwetterfront vorbeigezogen war. Doof nur, dass wir auf dem Campingplatz waren. Es wurde offiziell vor umstüruenden Bäumen gewarnt. In Texas und Alabama haben diese Gewitter sogar Tornados entwickelt. Mit dem amerikanischen Wettergott sollte man sich offenbar nicht anlegen.
Zum Glück gab es auf dem Campingplatz diesen Gemeinschaftsraum in einem früheren Pferdestall, wo wir uns hineinflüchten konnten. Wir waren die einzigen dort. Alle anderen genossen ihre Faradayischen Käfige (Wohnwagen). Die Nacht haben wir auf alten Sofas verbracht.
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Sonntag, 24. Oktober 2010

Rüber nach Arkansas

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Diese Brücke hatte einen breiten Seitenstreifen. So konnten wir die schöne Konstruktion ausführlich bewundern. Bei der letzten Überquerung von Arkansas nach Mississippi (heute andersherum) mussten wir uns beeilen. Wir bekamen eine Polizeieskorte über die schmale Brücke!

Freitag, 22. Oktober 2010

Weiss getuenchte Felder

In Tennessee tauchen zum ersten Mal Felder am Horizont auf, die weiss gepudert zu sein schienen. Kein Schnee, keine Farbe, sondern Baumwolle! Weisse Bueschel haengen in geoeffneten Kapseln, wie Blueten. Sie fuehlen sich wie Watte an.


Auf unserem Weg durch Tennessee, Arkansas und Mississippi kommen wir an hunderten von Baumwollfeldern vorbei. Haushohe Landwirtschaftsgeraete ernten die wertvolle Frucht und pressen sie zu 250kg schweren Ballen zusammen. Diese liegen, mit einer Plane bedeckt, einige Zeit auf den Feldern, bis sie mit Lastwagen zur Saeuberungsfabrik gefahren werden. Die Ladeklappen der hohen LKWs bleiben offen. Oft rast ein solcher LKW mehrmals auf einer Etappe an uns vorbei, abwechselnd beladen und unbeladen.


Die Baumwollfelder reichen oft bis zum Horizont. Bis ins 19. Jahrhundert pflueckten aus Afrika verschleppte Sklaven die Baumwolle. Die Geschichte der Suedstaaten ist deshalb eng mit den Baumwollplantagen verbunden. Der Blues ist Teil dieser Geschichte. Viele beruehmte Blues-Musiker haben auf den Plantagen gearbeitet, wobei das schon in die Zeit nach Ende der Sklaverei faellt. Da immer mehr Landarbeiter durch Maschinen ersetzt wurden, sind viele Afro-Amerikaner in die Fabriken im Norden der USA gestroemt. Viele beruehmte Blues-Musiker sind in Chicago gelandet. Deshalb gibt es wohl auch die Unterscheidung zwischen Delta-Blues und Chicago-Blues neben anderen Blues-Stroemungen.
Nicht nur auf dem Lande laeuft man - in unserem Falle faehrt man  - der Baumwolle ueber den Weg. In Memphis habe ich ein Baumwollmuseum besucht, in sich vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts die Baumwollboerse sich befand. Noch immer kann man eine Tafel sehen, an der die aktuellen Preise fuer den Rohstoff angeschrieben wurden. Auf dem Parkett darunter handelten die Bauern und die Haendler miteinander. Memphis war das Zentrum der Baumwollindustrie.

Draussen auf den Strassen rund um die Cotton Exchange lagen die Baumwollstapel der Plantagenbesitzer bis sie am Abend alle weggekauft waren. An den Hosen der Herren klebte die Wolle. Die Damen vom Lande waren in die grosse Stadt mitgekommen, um zwei Blocks weiter shoppen gehen zu koennen.


Als computerbasierte Technologien die realen Handelsparkette abloesten, fuehrte Memphis einen Baumwoll-Karneval ein. Fuer eine kurze Zeit kam die Cotton-Society nochmals regelmaessig zusammen. Der jaehrliche Ball exisitiert immer noch, aber sehr bedeutend fuer die Wirtschaft der Region scheint er nicht mehr zu sein. Die USA ist heute das drittgroesste Baumwoll-Produzenten-Land nach China und Indien.

Das Mississippi Delta

Nach gut 800 Meilen (1287 km) haben wir uns in Memphis 4 Ruhetage gegoennt. Drei Tage waren wir auf der Couch von Carolyn, einer Couchsurferin, zu Gast und 2 weitere in einem Hotel.
Memphis die Stadt des Blues, Soul und Rock'n Roll. Wir haben das legendaere Sun Studio besucht in dem Elvis Presley, Johnny Cash, Roy Orbison, Carl Perkins und andere Groessen ihre ersten Aufnahmen machten.
SUN-RECORDS in Memphis
Graceland haben wir uns von aussen angesehn. Die 30 Dollar Eintritt haben uns abgeschreckt zwei weiter von tausenden Besuchern, die dort taeglich angekarrt werden, zu sein. ueberhaupt ging uns dieser ganze Elvis Kult ziemlich auf die Nerven.

Die Beale Street ist die Heimat des Blues und Rock'n Roll. In den Clubs dieser Strasse ist zu jeder Tageszeit Livemusik zu sehen und zu hoeren. Es darf sogar auf der Strasse Alkohol getrunken werden, was sonst sogut wie nirgends in den USA moeglich ist. Leider machen die enormen Touristenmassen, die zu Scharen besoffen durch die Strasse torkeln, sowie die totale Vermarktung der Geschichte vieles zunichte und alles wirkt sehr aufgesetzt. So fuehle ich mich zwischen den bunten blinkenden Lichtern oft wie in Disney Land.


Dennoch, die Stadt hat das gewisse etwas, die typischen Hauser, die alten Strassenbahnen, die Gelassenheit der Menschen.

Weitere interessante Orte in Memphis sind:
das National Civil Rights Museeum, ein ehemaliges Motel in dem Martin Luther King ermordet wurde,


die Gibson Guitar Factory, durch die wir uns fuehren liessen, das Cotton Museeum und vieles mehr.


Memphis gilt als das Tor zum Mississippi Delta. Die weitere Reise war bisher gepraegt von unendlich grossen Baumwollfelder sowie der Geschichte des Blues. Die Orte die wir sehen sind kleiner und wirken viel aermer als der Norden. Einige der Staedte haben ihre glanzvollen Tage hinter sich gelassen. So stehen viele alte Einkaufsstrassen leer und die Haeuser verfallen.


Wir fuehelen uns als weisse oft wie Exoten und werden gern begafft auf unseren voll beladenen Bikes. Dennoch sind die Menschen sehr an uns interessiert und stellen Fragen. Mindestens ein "How you doin" bekommt man hier von sogut wie jedem zu hoeren, die Autofahrer winken meist.


Helena, Clarksdale, Rosedale, Greenville sind einige dieser Orte die wir passiert haben. Dies sind wirklich die Wiegen des (Delta-) Blues. Hier sind Musiker wie B.B. King, Muddy Water, John Lee Hooker, Ike Turner, Sam Cooke, Robert Johnson, Robert Nighthawk aufgewachsen, wurden entdeckt und haben die Musikwelt bis heute gepraegt. Die Musik muss eher als das Endprodukt einer Lebensweise, eines Lebensgefuehls gesehen werden. Um all dem etwas naeher zu kommen muss man sehen wie die Menschen leben und gelebt haben. So entstand der Blues Mitte des 18. Jahrhunderts auf den Baumwollfeldern, sowie in den kleinen bescheidenen Holzhuetten in dem die Familien lebten. Die Reisegeschwindigkeit mit dem Fahrrad ist dazu eigentlich schon etwas zu schnell. Wir haben genug Zeit und koennen uns schon einige Ruhetage goennen.

Typischer Bluesclub

Das "Ground Zero" in Clarksdale

So langsam naehern wir uns dem Golf, es sind noch etwa 800 Kilometer bis New Orleans. Die Temperaturen liegen zwischen 25 und 30 Grad Celsius und es scheint jeden Tag die Sonne. Die Menschen hier atmen auf und empfinden das Wetter als Abkuehlung vom Sommer. Kaum vorstellbar hier im Sommer zu radeln!

Southern Food

Southern Pecan - eine Delikatesse. Eine süffige, denn sie kommt in Flaschen. Und eine gesunde, denn sie steckt voller Mineralien. Wir fragen überall nach "local beer" und hier im Mississippi Delta (Ja, da sind wir schon!) erhalten wir dieses goldbraune, wohlschmeckende Bier aus Pecan Nüssen. Sie können es also doch, die Amerikaner: gutes Bier brauen.

Dazu gibt's an diesem Abend grüne Tomaten. Leider können wir keine Auskunft darüber geben, ob die wie deren rote Cousins schmecken. Die Panade war zu dick!

Hot Tamales kommen auch auf den Tisch. Das sind keine Tischtänzerinnen, ausziehen muss man sie aber schon. Bevor wir uns das trauen, kauen wir erstmal auf dem harten Maispapier herum. Das Innere ist das Besondere, eine würzige Fleischmischung.

Nach diesen Appetizern bekommen wir unsere Sandwiches. Sandwich ist das, was wir Deutschen unter Burger verstehen. Auf Daniels Sandwich liegt Rindfleisch, auf meinem Catfish (Wels). Das beste ist die Beilage: Sweet Potato Fries, also Pommes aus Süßkartoffeln.

Alles zusammen war selbst für mich, die den ganzen Tag geradelt ist und kein Frühstück hatte, zu viel. Deswegen nehme ich die Fritten in der Doggy-Bag mit. Eine tolle Erfindung, diese Essensboxen für die Reste!
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Freitag, 15. Oktober 2010

Blues Night

Gestern waren wir Bar Hopping in Memphis mit Carolina, auf deren Couch wir "surfen". In den meisten Bars der Beale Street war es zum Mittwochabend in der Nebensaison ziemlich leer. Nur in der "Blues Hall" ging es ziemlich ab mit einer Bluesband und deren Mundharmoniker-Spieler/Sänger.
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Mittwoch, 13. Oktober 2010

The City of Blues and Rock'n'Roll

Die nächsten Tage sind wir Legenden wie Elvis Presley, Carl Perkins, Johnny Cash und B.B.King ganz nah! Memphis - we're here to explore you!
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